In einem ausführlichen zweistündigen Gespräch hat sich die Fraktion der Grünen mit den Vorständen des Pflegebündnis der TechnologieRegion Karlsruhe (TRK) über die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Pflege in Baden-Württemberg ausgetauscht. Das Pflegebündnis TRK repräsentiert über 40 Einrichtungen aus Gesundheitswesen, stationärer und ambulanter Pflege, Bildung, Politik und Verwaltung und versteht sich als zentrale Stimme für eine zukunftsfähige pflegerische Versorgung in der Region.
Neben Landtagsabgeordnetem Thomas Hentschel (Wahlkreis Rastatt) sind Kreisrat Simon Schwarz (Pfinztal/Enzkreis), Landesvorsitzender Pascal Haggemüller (Bretten) und Direktkandidat Kai Keune (Ettlingen) der Einladung vom Pflegebündnis gefolgt. In den Räumen der Ev. Stadtmission Karlsruhe haben Kai Käßhöfer, Vorstandsvorsitzender, und Clarissa Simon, stellvertretende Vorsitzende, über den Status Quo, die Herausforderungen – aber auch über Zukunftsideen gesprochen.
Zu Beginn des Austauschs schilderten die Vorstände Clarissa Simon und Kai Käßhöfer die zunehmenden Belastungen, die durch den demografischen Wandel und den bereits heute spürbaren Mangel an Pflegeangeboten und qualifiziertem Personal entstehen. Die Stadt Karlsruhe hat allein in den letzten 10 Jahren bei zunehmendem Bedarf eintausend stationäre Pflegeplätze verloren. Prognosen des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) weisen darauf hin, dass sich diese Versorgungslage bis 2040 weiter zuspitzen wird. Viele Kommunen sehen sich bereits jetzt vor der Herausforderung, tragfähige, wohnortnahe Versorgungsstrukturen aufzubauen.
Darüber hinaus wurden weitere dringend anzugehende politische Handlungsfelder angesprochen, darunter:
Das Pflegebündnis betonte seine Bereitschaft, seine umfangreiche regionale Expertise und Praxiserfahrung aktiv in politische Entscheidungsprozesse einzubringen. Im Fokus steht insbesondere die Stärkung häuslicher Pflegearrangements, der Ausbau ambulanter und teilstationärer Angebote sowie die Gewinnung und Bindung von Fachkräften.
Die Grünen-Fraktion nahm die Anliegen sowie die Einschätzungen des Pflegebündnisses auf und würdigte den offenen Austausch. Das Gespräch wurde von beiden Seiten als wichtiger Beitrag zur gemeinsamen Arbeit an nachhaltigen, regional verankerten Pflegekonzepten bewertet.